Adrian Amstutz (SVP) - Die Kettensäge von Bern

Der bestgewählte Berner Nationalrat Adrian Amstutz (SVP) kann es sich momentan leisten, das frei gewordene Regierungsamt in der Berner Regierung schnöde abzulehnen. Er ist für viele mögliche Ämter prädestiniert. Bundesrat (Ersatz für Samuel Schmid), Parteipräsident der SVP (Ersatz für Ueli Maurer)

Sein Übername “Kettensäge” ist Programm geworden

Der gelernte Maurer Adrian Amstutz sieht die Welt wie eine Mauer: Backsteine sind da oder sie sind nicht da. Die Mauer ist gerade - oder sie ist ungerade. Amstutz ist ein Meister des One-Bit-Denkens: Eingeschaltet oder ausgeschaltet, das ist die Frage. Seinen Übernamen verdankt er einem eigenen Ausspruch im Berner Grossen Rat, wo er forderte, dass die Verwaltungsreform “mit der Kettensäge” angegangen werden müsse.
Amstutz liebt seine Sätze auch mit einem angehängten Bit-Muster zu verstärken: “Nid wahr” ist ein von ihm oft gehörter Ausspruch. In meinem Lexikon der Politikertypen (z.B. Logoroetiker= Krankhafter Wortfluss, Blindfahrer, Worthülsiker) würde Amstutz in die Kategorie Bitmonster eingereiht, was soviel bedeutet wie: Alles was ich möchte das es ist, ist wahr, wenn nein, ist es falsch. Meine Wahrheit ist gut, die andere ist schlecht.

Die Mitarbeit in einer rot-grün dominierten Regierung würde sein Image beschädigen

Weil der Berner-SVP-Chef Joder für den frei gewordenen Regierungsposten kein “Amstutz-Kettensägenprofil” definieren wollte, hat Amstutz grosszügig auf das sonst sehr begehrte Amt verzichtet. Das ist gut so. Amstutz würde in der konsensorientierten Berner Regierung leiden. Seine beruflichen Qualitäten (Maurer) kämen hier sicher nicht in der Reinform zur Geltung, zumal der jetzige Finanzdirektor Urs Gasche als konsensorientierter Politiker bekannt ist. Den Berner Regierungssitz wird jetzt wohl Ursula Haller, Gemeinderätin von Thun einnehmen können. Amstutz sucht vielmehr das Biotop der ungemischten Arten. Er kopuliert am liebsten mit seinesgleichen. Darum spekuliert er auf das SVP-Präsidium, wo er von zuarbeitenden, widerspruchsfreien Knechten umgeben ist, die genau nach dem Bitmuster handeln, das er vorzugeben gedenkt.

“Kettensäge” Amstutz ist Sportler: Seine Devise heisst Siegen oder Untergehen

Wie einst der (w)irre deutsche FDP-Mann Möllemann, springt Adrian Amstutz gerne mit dem Fallschirm ab und taucht als gewiefter Zielfinder inmitten einer staunenden Menge wieder auf. Möllemann selig hat seinen Fallschirm irgendeinmal nicht mehr geöffnet. Er stürzte ungebremst auf die Matte und war natürlich tot. Amstutz ist ein ähnlicher Typ. Er fürchtet das Verlieren wie der Teufel das Weihwasser. Es ist eigentlich gleich, auf welcher Seite man steht: Hauptsache ist - nie verlieren. Wenn Amstutz von Siegen und Niederlagen spricht, so meint er eigentlich seine Siege und die Niederlagen der andern. Im Kern ist Amstutz eher ein kleiner, egoistischer, verängstigter Sieger, der alles vermeiden will, nicht in die Situation des Verlierers zu kommen. Seine einfache Psychostruktur ist offensichtlich der Hauptgrund, weshalb er ein Amt scheut und meidet, wo er in die Minderheit versetzt werden könnte. Kurz: Er hat das Psychogramm eines Feiglings.

Kettensägen rotieren von selbst - auf Knopfdruck

Im genialen Film ‘Full Metal Jacket’ des Kult-Regisseurs Stanley Kubrick gibt es die Passage, wo die vietnamesische Scharfschützin tödlich verletzt am Boden liegt : Der Dialog zwischen den US-Marine Soldaten entspannt sich darüber, ob sie liegengelassen werden soll. Joker, der kämpfende Kriegsberichterstatter nimmt seine Pistole und gibt ihr den Gnadenschuss. Alle GIs sind tief beeindruckt von dieser finalen Tat. Genau das könnte Adrian Amstutz nie. Er wäre zu feige um von Angesicht zu Angesicht (Mit einer Handsäge) zuzulangen. Darum benutzt er lieber die Kettensäge (im Film das Maschinengewehr) - und braucht sich über die einzeln gesägten Teile keine Sorgen zu machen. Meine persönliche Einschätzung von Adrian Amstutz ist deshalb sehr bieder: Er ist ständig bemüht, irgendwelche Regeln zu befolgen, die nicht er aufstellen muss. Seine Charge ist deren korrekte Ausführung. Es ist der SVP dringend zu raten, keinen Amstutz als Präsident zuzulassen. Es wäre ein Fiasko, weil Amstutz absolut darauf angewiesen ist, dass im jemand die Verhaltensregeln vorgibt. Und wer anders könnte das sein als… Dreimal können Sie raten. Das ist einer der Gründe, weshalb Adrian Amstutz tatsächlich SVP-Präsident werden könnte.

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